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Die Brauerei

Ein neuer Anfang

Noch während Ende 1995 die Meldungen über den unabwendbaren Konkurs der Garley-Bräu über die Medien verbreitet wurden, fanden ersten Gespräche mit neuen Investoren statt.
Albert und Maximilian Hösl waren an die Gläubiger-Banken der Garley-Bräu herangetreten und hatten dort ihr Konzept vorgelegt.

Was zu diesem Zeitpunkt - nach diversen "Rettungsversuchen" - niemand in Gardelegen mehr für möglich gehalten hatte, trat ein:
Durch gemeinsame Unterstützung durch das Bankhaus Löbbecke & Co. (Magdeburg),
der Wirtschaftsförderung des Regierungspräsidiums Magdeburg und der Stadt Gardelegen
konnte sichergestellt werden, daß die 800jährige Stadt in ihrem Jubiläumsjahr ihren Gästen ein einheimisches Bier anbieten konte.

Bereits im Vorfeld der Wiederinbetriebnahme kochte in Gardelegen die Gerüchte-Küche.
Am 1. Februar 1996 erfolgte die Übernahme. Nur zwei Wochen später, am 15.Februar 1996 wurde im Beisein der Vertreter aus Wirtschaft und Politik der erste Sud angesetzt
- ein Premium-Pilsner nach dem traditionsreichen Original-Rezept.

Das Interesse der Bevölkerung war groß. Gastronomen und Presse hatten ein wachsames - und ziemlich zweifelndes - Auge auf den Tank geworfen, in dem das erste altmärkische Bier aus bayerischer Hand lagerte.
Eine Zwickelprobe am 7. März 1996 konnte die Zweifel erst einmal beseitigen.
Vertreter der Löbbecke Bank, des Regierungspräsidiums und der Stadt, außerdem zahlreiche einheimische Gastronomen und die Presse ließen sich das Pilsener direkt aus dem Lagertank schmecken.

Die Stunde der Wahrheit folgte am 14. März 1996, als die erste Ladung neuen Garley-Bieres ausgeliefert wurde - wie es sich gehört - standesgemäß mit dem Pferdewagen, der übrigens unser Menu darstellt, direkt an die Gaststätten.
Das "Garley-Testival", bei dem alle Gardelegener die Möglichkeit hatten, kostenlos zwei Probe-Flaschen zu erhalten und ihre Meinung der Brauerei mitzuteilen, folgte.

Das Ergebnis war für die neuen Investoren selbst eine Überraschung.
Das neue Bier ging weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.
Vor Ostern und Pfingsten waren die Autragsbücher so dick gefüllt, daß die Brauerei an der Sandstraße auf dem trockenen lag - nichts ging mehr, kein Liter Pils war mehr zu haben.

Es folgte die Erweiterung des Sortiments, die von den Konsumenten voll angenomen wurde.
Vor allem "Swartet Beer" hat sich zu einem Renner, nicht nur im Gastronomie-Bereich entwickelt.

Nach einem halben Jahr können die Investoren auf eine stolze Zwischenbilanz blicken :
Bis zum 31. Juli 1996 wurden insgesamt 17.000 Hektoliter Bier und Biermischgetränke hergestellt und
damit ein Umsatz von 1,6 Millionen DM erzielt.

Am 15. August 1996 konnte in der Brauerei bereits der 100. Sud angesetzt werden - ein Grund zum Feiern.
Für die Investoren, aber auch für die 800jährige Stadt Gardelegen.

Der traditionsreiche Bockbieranstich wurde am 5. Oktober 1996 im Schützenhaus gefeiert.
Die Bockbier-Saison war eröffnet und auch das Garley-Bock ging weg wie besagte Semmeln.

Ende Oktober folgte die Vorstellung der neuen Festbierspezialität "Altmärker Weihnacht".
Die Bierspezialität für die Festtafel.

Das Jahr 1996 wurde mit einem Ausstoß von 27.000 HL und einem Umsatz von 3,6 Mio. abgeschlossen.

Ende Dezember 1996 wurden das Garley Premium Pilsner und das Garley Premium Export
mit dem silbernen Preis der DLG ausgezeichnet.

In den ersten drei Monaten bereits zeichnete es sich ab, daß die positive Aufwärtsentwicklung der Garley Spezialitäten Brauerei GmbH weiter geht.
Am Ende des Jahres 1997 stellte sich ein Plus von über 60% ein.
Eine Entwicklung, auf die alle Mitarbeiter und Kunden äußerst stolz sind.
Man kann mit Recht von einer überdurchschnittlichen Entwicklung reden.
Der Faßbieranteil ist mit 16% für den Anfang sehr ansehnlich.

Die Umstellung von dem alten 25er DDR Kasten auf den leichteren und schöneren 20er 0,33 ltr. Kasten für den Lütten nahm der Verbraucher sehr positiv auf !

Die Mitarbeiterzahl stieg um 4 auf 19.

Zusätzlich werden noch 4 junge Leute zum Brauer und Malzer ausgebildet.
Die Einkaufspolitik wurde beibehalten.

An folgenden Messen nahm die Garley Spezialitäten Brauerei GmbH teil :

Grüne Woche Berlin
Altmark Messe Stendal
Leistungsschau Salwedel
ANUGA Köln
INFAS Hannover

Ende Dezember 1997 wurden erneut folgende Erzeugnisse mit dem Silbernen Preis der DLG ausgezeichnet:

Garley Premium Pilsner
Garley Premium Export
Garley Swartet Beer

Für das Jahr 1998 haben wir uns wieder wichtige Ziele gesteckt:

  • Investitionen in die Technik in Höhe von DM 1.000.000,00
  • Weiterbildung unserer Mitunternehmerinnen und -unternehmer
  • Erweiterung des Verkaufsgebietes auf den Landkreis Jerichower Land, den Bördekreis sowie die Landeshauptstadt Magdeburg
  • Erhöhung des Ausstoßes auf 52.000 HL
  • Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze

Ende Dezember 1998 wurden erneut folgende Erzeugnisse mit dem Silbernen Preis der DLG ausgezeichnet:

Garley Premium Pilsner
Garley Swartet Beer

Im April 2005 wurde für die Garley Spezialitäten Brauerei GmbH das Insolvenzverfahren beantragt, welches am 15.Juni 2005 eröffnet wurde.

Am 02.Mai 2005 pachtete Frau Ingrid Hösl das Brauerei-Objekt vom Insolvenzverwalter und gründete mit Ihrem Mann Maximilian, das Garley Traditionsbrauhaus seit 1314.