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Fürst Otto von Bismarck

Franz von Lehnbach: Otto von Bismarck (1879)
Öl auf Leinwand, 121 x 96,5 cm
Deutsches Historisches Museum, Berlin


Bismarcks Tod jährt sich am 30. Juli zum hundertsten Mal und soll für uns Anlass sein, diesem wohl prominentesten Altmärker hier ein kleines Denkmal zu setzen.

Am 1. April 1815 auf dem väterlichen Gut Schönhausen bei Magdeburg geboren, entstammt Bismarck mütterlicherseits einer preußischen Beamtenfamilie, was, noch verstärkt durch eine lange Tradition altmärkischen Landadels, seinen weiteren Lebensweg vorzuzeichnen scheint. Seine Ausbildung steht ganz im Zeichen der späteren Karriere im Staatsdienst, auch wenn es vorübergehend so scheint, als ob er sich anders besonnen hätte. Nach erfolgreicher Beendigung seines Studiums der Rechte an den Universitäten zu Göttingen und Berlin, verlässt Bismarck, nach dem Tod seiner Mutter 1839, die angetretene Stelle als Regierungsreferendar in Aachen und widmet sich der Verwaltung der Familiengüter.

Sein politisches Engagement beginnt im Vorfeld der Revolution von 1848: Er wird Abgeordneter des ersten Vereinigten Landtags in Preußen und kurze Zeit später zum Gesandten am Frankfurter Bundestag ernannt. Weitere Stationen seiner Karriere sind St.Petersburg und Paris bevor er 1862 zum preußischen Ministerpräsidenten berufen wird. Zielstrebig arbeitet er auf eine Neuorganisation der deutschen Staaten hin und wird schließlich erster deutscher Reichskanzler. Inwieweit es nötig war, den deutschen Einigungsprozess durch die Kriege gegen Österreich und Frankreich zu forcieren, ist noch heute ebenso umstritten wie seine innenpolitische Unnachgiebigkeit, die in der Einführung und Durchsetzung der "Sozialistengesetze" gipfelte.

Bismarck hat die neuere deutsche Geschichte geprägt wie kaum ein anderer Politiker. So geht beispielsweise die Sozialgesetzgebung auf ihn zurück. 1890 wird der "Eiserne Kanzler" wegen persönlicher und politischer Unstimmigkeiten mit Kaiser Wilhelm II. aus seinem Amt entlassen und stirbt wenige Jahre später (1898).

Wie tief verwurzelt Bismarck Zeit seines Lebens in seiner Heimat war, sei zum Schluss mit seinen eigenen Worten dokumentiert:

"Hier in der Altmark wurde das Samenkorn gepflanzt, aus dem der herrliche Bau des Deutschen Reiches, dessen wir uns alle erfreuen, entsprossen ist."

(Fürst Otto v. Birmark, Rede am Stendaler Bahnhof, 12.Juli 1894)