Bismarcks Tod jährt sich am 30. Juli zum hundertsten Mal und soll für uns
Anlass sein, diesem wohl prominentesten Altmärker hier ein kleines Denkmal zu setzen.
Am 1. April 1815 auf dem väterlichen Gut Schönhausen bei Magdeburg geboren,
entstammt Bismarck mütterlicherseits einer preußischen
Beamtenfamilie, was, noch
verstärkt durch eine lange Tradition altmärkischen Landadels, seinen weiteren Lebensweg
vorzuzeichnen scheint. Seine Ausbildung steht ganz im Zeichen der späteren Karriere im
Staatsdienst, auch wenn es vorübergehend so scheint, als ob er sich anders besonnen
hätte. Nach erfolgreicher Beendigung seines Studiums der Rechte an den Universitäten zu
Göttingen und Berlin, verlässt Bismarck, nach dem Tod seiner Mutter 1839, die
angetretene Stelle als Regierungsreferendar in Aachen und widmet sich der Verwaltung der
Familiengüter.
Sein politisches Engagement beginnt im Vorfeld der Revolution von 1848: Er wird
Abgeordneter des ersten Vereinigten Landtags in Preußen und kurze Zeit später zum
Gesandten am Frankfurter Bundestag ernannt. Weitere Stationen seiner Karriere sind
St.Petersburg und Paris bevor er 1862 zum preußischen Ministerpräsidenten berufen wird.
Zielstrebig arbeitet er auf eine Neuorganisation der deutschen Staaten hin und wird
schließlich erster deutscher Reichskanzler. Inwieweit es nötig war, den deutschen
Einigungsprozess durch die Kriege gegen Österreich und Frankreich zu forcieren, ist noch
heute ebenso umstritten wie seine innenpolitische Unnachgiebigkeit, die in der Einführung
und Durchsetzung der "Sozialistengesetze" gipfelte.
Bismarck hat die neuere deutsche Geschichte geprägt wie kaum ein anderer
Politiker. So geht beispielsweise die Sozialgesetzgebung auf ihn zurück. 1890 wird der
"Eiserne Kanzler" wegen persönlicher und politischer Unstimmigkeiten mit Kaiser
Wilhelm II. aus seinem Amt entlassen und stirbt wenige Jahre später (1898).
Wie tief verwurzelt Bismarck Zeit seines Lebens in seiner Heimat war, sei zum
Schluss mit seinen eigenen Worten dokumentiert:
"Hier in der Altmark wurde das Samenkorn gepflanzt, aus dem
der herrliche Bau des Deutschen Reiches, dessen wir uns alle erfreuen, entsprossen
ist."
(Fürst Otto v. Birmark, Rede am Stendaler Bahnhof, 12.Juli 1894)